Eva Manshausen verrät, wo in Europa man in Baumkronen, Bunkern oder Bierfässern nächtigt – Schlafplätze, die man so schnell nicht vergisst.
Europa bietet mehr als Hotels und Ferienwohnungen. Wer das Besondere sucht, findet überall einzigartige Orte zum Übernachten. Eva Manshausen hat auf ihren Reisen ungewöhnlich geschlafen – in Leuchttürmen, Zirkuswagen, Eisiglus und alten Mühlen. Ihre Tipps zeigen, dass Komfort auch abseits klassischer Unterkünfte möglich ist. Ideal für alle, die lieber Erinnerungen statt Standard sammeln.
Ob in einem Baumhaus in Norwegen, einem unterirdischen Weinfass in der Pfalz oder einem Schwebezelt im spanischen Wald – Eva Manshausen kennt Unterkünfte, die mehr sind als nur ein Schlafplatz. Für sie geht es beim Reisen auch darum, eine Geschichte zu erleben – und die beginnt oft schon beim Zubettgehen. Bereits seit Langem beschäftigt sich die passionierte Reisebloggerin damit, wie stark sich der Ort der Übernachtung auf das Reisegefühl auswirkt. Nachfolgend stellt sie die außergewöhnlichsten Schlafplätze Europas vor und gibt Tipps, worauf bei der Buchung zu achten ist.
Inhaltsverzeichnis
Abenteuerlich übernachten: Warum ungewöhnliche Schlafplätze reizen
Ungewöhnliche Unterkünfte bieten nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch Erlebnisse mit Erinnerungswert. Statt sich nach einem ereignisreichen Tag in ein anonymes Hotelbett zu legen, kann der Abend in einer Jurte, einer alten Kirchenruine oder einem umgebauten Kran ausklingen. Diese Formen der Übernachtung stehen für Individualität, Nachhaltigkeit und bewussten Tourismus.
Reisebloggerin Manshausen weiß: Gerade das Unerwartete macht eine Reise unvergesslich. Ein Schlafplatz in einem Glashaus unter dem Sternenhimmel oder ein altes Gefängnis als Hostel – das sind die Geschichten, die man später erzählt.
Baumhäuser, Bunker, Boote: Ein Überblick der verrücktesten Unterkünfte
1. Baumhäuser in Frankreich und SkandinavienWer hoch hinaus will, findet in Frankreich, Schweden und Finnland eine Vielzahl von Baumhaus-Unterkünften. Die Bandbreite reicht von rustikalen Hütten ohne Strom bis zu luxuriösen Suiten mit Sauna und Panoramablick.
2. Schlafen im WeinfassIn Deutschland, Österreich und Italien bieten Winzer die Möglichkeit, in ausgedienten Weinfässern zu übernachten – meist direkt neben dem Weinberg. Komfortable Betten, ein kleines Fenster und oft ein Picknickkorb zum Frühstück machen den Aufenthalt besonders charmant.
3. Ehemalige Gefängnisse als HotelsIn den Niederlanden, Litauen und Slowenien wurden alte Gefängnisse zu Boutiquehotels umgebaut. Hier nächtigt man in alten Zellen mit Stahltüren, aber modernem Komfort.
4. Boote, Hausboote und SchiffeIn Amsterdam, London oder auf dem Bodensee sind Hausboote zu Hotels umfunktioniert worden. Die Wellen wiegen sanft in den Schlaf – eine Erfahrung, die Landratten überrascht.
5. Leuchttürme mit WeitblickAuf einsamen Klippen oder kleinen Inseln bieten Leuchttürme Übernachtungen für Romantiker. Besonders in Irland, Portugal oder Kroatien finden sich solche Unterkünfte mit spektakulärer Aussicht.
6. Eishotels und IglusIm hohen Norden Europas, z. B. in Schweden oder Finnland, existieren temporäre Eishotels mit aufwendig geschnitzten Suiten. Schlafsäcke halten warm, das Erlebnis ist frostig und faszinierend zugleich.
7. Schwebezelt im WaldIn Spanien, Slowenien und Teilen Frankreichs gibt es Anbieter, die Schwebezeltplätze zwischen Bäumen spannen – perfekt für alle, die Natur lieben, aber auf ein Zelt am Boden verzichten möchten.
In einem Zirkuswagen am Rande der Provence
Zwischen Lavendelfeldern, Olivenhainen und Zikadengesang schläft man in Südfrankreich in liebevoll restaurierten Zirkuswagen. Diese Roulottes sind oft mit antiken Möbeln, kleinen Küchen und Terrassen ausgestattet. Wer früh bucht, kann sich die besten Plätze sichern – oft in der Nähe kleiner Dörfer, die touristisch kaum bekannt sind.
Schon lange kann Eva Manshausen Erfahrungen damit sammeln, wie stilvoll und zugleich bodenständig diese Art der Unterkunft ist. Die Kombination aus Nostalgie und Natur überzeugt auch anspruchsvolle Reisende.
Unterirdisch und unvergesslich: Die Toskana von unten erleben
Ein ehemaliger Weinkeller nahe Siena wurde zu einer Boutiqueunterkunft ausgebaut. Hier wohnt man wortwörtlich im Inneren eines Hügels. Dicke Steinwände sorgen für Kühle im Sommer, Kerzenlicht und alte Holzbalken schaffen Atmosphäre. Viele dieser Kellerzimmer sind Teil kleiner Familienbetriebe mit angeschlossener Weinstube.
Wer hier übernachtet, bekommt nicht nur Ruhe, sondern auch Einblicke in jahrhundertealte Baukultur. Eva Manshausen empfiehlt diese Orte vor allem in der heißen Jahreszeit – als charmante Alternative zur Ferienwohnung.
Übernachten mit Aussicht: Glashäuser in Island und Norwegen
In Island und Norwegen finden sich sogenannte „Glass Lodges“ – gläserne Minihäuser mitten in der Natur. Ideal für Polarlichter, Sternenhimmel oder Sonnenaufgang über Fjorden. Die Unterkünfte verfügen oft über kleine Küchen, Fußbodenheizung und Panoramafenster. Intimität ist trotzdem gegeben, da sie meist einzeln auf großzügigen Grundstücken stehen.
Sie betont: Wer das Gefühl sucht, eins mit der Landschaft zu sein, sollte diese Unterkünfte ganz oben auf seine Liste setzen. Sie bieten Ruhe, Romantik und einen ungestörten Blick auf die Natur.
Ein Luxusklo auf Stelzen? Schlafen in der Design-Toilette
Ein witziges Beispiel für kreative Umnutzung steht in England: Eine öffentliche Toilette aus viktorianischer Zeit wurde zum luxuriösen Tiny-House mit Badewanne, freistehender Küche und verglaster Front umgebaut. Wer hier schläft, nächtigt mitten in der Stadt, aber mit maximalem Stil.
Manshausen schätzt solche Konzepte besonders, weil sie aus Alltagsorten etwas Ungewöhnliches schaffen. Nachhaltigkeit und Design gehen hier Hand in Hand – und zeigen, wie charmant Transformation sein kann.
Mitten im Nirgendwo: Schlafkapseln in der Natur
In der Schweiz, in Lettland oder Nordspanien entstehen zunehmend „Sleep Pods“: kleine, futuristisch anmutende Kapseln mit Rundumsicht, oft völlig autark betrieben. Solarenergie, Trockentoilette und minimalistischer Komfort machen sie zu Oasen für Alleinreisende oder Paare auf Rückzug.
Die Reisebloggerin empfiehlt diese Kapseln für Menschen, die Natur in absoluter Stille erleben möchten – mit einer Unterkunft, die fast unsichtbar wird und den Fokus auf das Außen lenkt.
Mit Flair und Federkern: Alte Windmühlen als Herberge
In Griechenland, auf Mallorca oder in der Bretagne wurden stillgelegte Windmühlen in Unterkünfte verwandelt. Sie sind meist rund, steil und voller Geschichte. Enge Treppen führen zum Schlafbereich, unten befinden sich Küche und Bad. Wer sich nicht vor schiefen Böden scheut, wird mit romantischem Ambiente belohnt.
Für Manshausen zählen diese Übernachtungen zu ihren Favoriten – besonders dann, wenn die Mühle noch funktionstüchtige Teile oder eine kleine Ausstellung enthält.
Eva Manshausen: Was man bei ungewöhnlichen Unterkünften beachten sollte
Ungewöhnlich bedeutet oft auch: anders als gewohnt. Deshalb gibt Manshausen folgende Tipps:
- Frühzeitig buchen, da viele dieser Unterkünfte nur ein oder zwei Einheiten besitzen
- Unbedingt auf Lage und Erreichbarkeit achten, besonders in ländlichen Regionen ohne ÖPNV
- Bewertungen genau lesen, denn Fotos zeigen oft nur die Highlights
- Ausstattung checken: Gibt es Heizung, Wasser, WLAN? Oder bewusst nicht?
- Sicherheitsaspekte bedenken, etwa bei Übernachtungen in großer Höhe oder abgelegenen Gegenden
- Nachhaltigkeitskonzept hinterfragen – viele Anbieter setzen auf Umweltschutz, nicht alle aber konsequent
Drei Ideen zum Nachmachen – und wo man sie findet
1. Bierfasshotel in der Pfalz (Deutschland)Weinfass war gestern – das Bierfasshotel bietet Übernachtungen in überdimensionalen Holzfässern auf einem ehemaligen Brauereigelände. Urig und regional.
2. Eishotel in Jukkasjärvi (Schweden)Ein Klassiker unter den verrückten Unterkünften – komplett aus Schnee und Eis, mit kunstvoll gestalteten Suiten. Nur von Dezember bis April geöffnet.
3. Schlafen im Krähennest eines Masts (Niederlande)Ein maritimes Abenteuer: In über zehn Metern Höhe, in einem echten Schiffsmast, wurde ein kleines Zimmer mit Rundumsicht gebaut. Ideal für Schwindelfreie.
Wenn der Schlafplatz zum Erlebnis wird
Ein ungewöhnlicher Schlafplatz kann aus einer normalen Reise ein unvergessliches Abenteuer machen. Die Vielzahl skurriler, kreativer und romantischer Unterkünfte in Europa beweist: Es braucht keine weite Fernreise, um Überraschendes zu erleben. Vielmehr beginnt das Außergewöhnliche oft hinter der nächsten Landesgrenze – oder im Nachbarort.
Eva Manshausen hat viele dieser Orte selbst getestet, bewertet und empfohlen. Wer ihre Tipps beachtet, findet nicht nur eine Übernachtungsmöglichkeit, sondern ein Erlebnis, das bleibt. Wer bereit ist, Komfort neu zu denken und sich auf Neues einzulassen, entdeckt dabei das Europa der Geschichten, Kuriositäten und ganz persönlichen Lieblingsplätze.